

Am 09.09.2008 wurde im Beisein von 100 Gästen aus der Industrie, Forschung und Politik sowie eines Vertreters der EU-Kommission der Versuchsstand der DBE TECHNOLOGY GmbH in der ehemaligen Turbinenhalle des E.ON-Kraftwerkes Robert Frank in Landesbergen (Kreis Nienburg, Niedersachsen) eröffnet. Bis Mitte 2009 wird hier durch Demonstrationsversuche die technische Machbarkeit einer Endlagerung von Kokillen mit ausgedienten Brennelementen in Bohrlöchern nachgewiesen.
Seit den 80ziger Jahren wurden in Deutschland Demonstrationsversuche in Kombination mit systemanalytischen Arbeiten durchgeführt, um die technische Machbarkeit der Endlagerung im Salz nachzuweisen. Das Referenzkonzept für die Endlagerung sieht eine Streckenlagerung von ausgedienten Brennelementen in POLLUX-Behältern und eine Bohrlochlagerung von verglasten Wiederaufarbeitungsabfällen in Kokillen vor. Die technische Machbarkeit der Streckenlagerung in POLLUX-Behältern wurde in den 90ziger Jahren durch Demonstrationsversuche erfolgreich nachgewiesen. Die zunächst parallel verfolgten Entsorgungsoptionen der Wiederaufarbeitung und der direkten Endlagerung ausgedienter Brennelemente wurden mit Änderung des Atomgesetzes vom 21.08.2002 auf die direkte Endlagerung beschränkt. Eine Bewertung des derzeitigen Standes der Endlagerforschung durch die RSK vom 31.03.2005 kam zu dem Schluss, dass bei einer Endlagerung in Salzformationen das Wirtsgestein die entscheidende Barriere für die Rückhaltung radioaktiver Stoffe darstellt, während die Standzeit des Behälters nur von untergeordneter Bedeutung ist. Es wird empfohlen, die bestehenden Konzepte fortzuentwickeln und sicherheitstechnisch zu optimieren.
Ein bedeutender Schritt hierzu ist das neue durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die Europäische Kommission und die Energiewirtschaft finanzierte Forschungsvorhaben "DENKMAL" zur Optimierung der direkten Endlagerung ausgedienter Brennelemente durch Kokillenlagerung in Bohrlöchern.
Prinzipielle Vorteile der Bohrlochlagerung gegenüber der Streckenlagerung sind:
Mit der Durchführung des Vorhabens wurde die DBE TECHNOLOGY GmbH beauftragt. Die Entwicklung und Herstellung der erforderlichen Endlagertechnik in Originalgröße erfolgte in Kooperation mit der GNS GmbH.
Das Versuchsprogramm umfasst die Erprobung der Einlagerung von zwei verschiedenen Gebindetypen (BSK3 (für ausgediente Brennelemente) sowie Triple-Pack-Kokillen (für Abfälle aus der Wiederaufarbeitung)) durch ca. 1000 Einlagerungszyklen. Weiterhin wird die Behebung verschiedenen betrieblicher Störungen geprobt. Die Ergebnisse der Versuche werden eine fundierte Bewertung der Sicherheit und der Zuverlässigkeit des Einlagerungssystems und seiner Komponenten ermöglichen. Sie werden somit auch eine Grundlage für Bewertung des Endlagerkonzeptes und der späteren Entscheidungsbildung darstellen.


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