Der Projektträger Forschungszentrum Karlsruhe veranstaltete gemeinsam mit der DBE TECHNOLOGY GmbH am 10. und 11. Juni 2008 in Peine einen Workshop zum aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik in der deutschen Endlagerforschung.
Die sichere Endlagerung hochradioaktiver Stoffe und ausgedienter Brennelemente ist untrennbar von der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Der Bund hat die gesetzliche Verpflichtung zur Errichtung von Endlagern. Damit verbunden ist die Aufgabe, für das dazu notwendige technisch-wissenschaftliche Know-How zu sorgen.
Daher fördern das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 4 Jahrzehnten Forschungsprojekte im Bereich der Entsorgung gefährlicher Abfälle.
Die Komplexität eines Endlagersystems bedingt, dass ein breites Themenspektrum, das viele natur- und ingenieurwissenschaftliche Bereiche umfasst und von der Grundlagenforschung bis zur technischen Anwendung reicht, zu bearbeiten ist. Daher sind eine Vielzahl von Unternehmen und Forschungsinstitutionen an den Forschungsarbeiten beteiligt, die dazu beigetragen haben, dass in vier Jahrzehnten ein weit fortgeschrittenes Know-how, insbesondere die Endlagerung in Steinsalz betreffend, zu erlangen. Der Bogen kann gespannt werden von Gesteins- und Baustoffuntersuchungen über die Entwicklung von Endlagerkonzepten, die Entwicklung und Erprobung von Endlagertechnologien, das Verständnis über geochemische Prozesse bis hin zu Instrumentarien für die Langzeitsicherheitsanalyse. Ziel des Workshops war es daher, vor allem auch Mitarbeiter aus Energieversorgungsunternehmen, die Kernkraftwerke betreiben, sowie Dienstleistungsunternehmen im kerntechnischen Bereich über den aktuellen Stand von Forschung und Entwicklung für die Endlagerung zu informieren.
Auf dem zweitägigen Workshop in Peine wurde von 10 Referenten aus fünf Institutionen über wichtige Ergebnisse der Forschungsarbeiten im Bereich der Endlagerung radioaktiver Stoffe berichtet. Es wurde über Schwerpunkte und Stand im deutschen Forschungs- und Entwicklungsprogramm referiert. Weiterhin wurde von der BGR über ihre Untersuchungen der verschiedenen, in Deutschland vorhandenen Wirtsgesteinsarten berichtet und die Ergebnisse aus der Erkundung des Salzstocks Gorleben sowie alle relevanten Gesichtspunkte für die damalige Entscheidungsfindung aus dem vorgelagerten Auswahlprozess vorgestellt. Die wesentlichen technischen Komponenten für ein zukünftiges Endlager für hochradioaktive Abfälle im Salz sind im Rahmen des Programms "Direkte Endlagerung" in Großversuchen erprobt worden und sind jetzt genehmigungsreif. Der Kenntnisstand für eine alternativ diskutierte Endlagerung im Ton ist noch nicht ganz so weit fortgeschritten. Grundlagenforschung ist auch weiterhin im Bereich der Geochemie erforderlich, um das Verständnis der - auch für die Langzeitsicherheit wichtigen - Prozesse, die mit dem Verhalten der Radionuklide im Endlagersystem zusammenhängen, weiterzuentwickeln und unnötige Konservativitäten abbauen zu können; dazu wäre es wünschenswert, diese Forschung standortorientiert durchzuführen.
Ein Block von Vorträgen beschäftigte sich mit dem Langzeitsicherheitsnachweis für Endlager im Salz und in Tongesteinen. Grundsätzlich liegt ein gut entwickeltes Instrumentarium für Langzeitsicherheitsanalysen vor. Im Salz steht der Nachweis des sicheren Einschlusses im Mittelpunkt der FuE-Aktivitäten. Für Tongestein konnten erstmals FuE-Ergebnisse vorgestellt werden, die aus einer generischen Analyse stammen.
Die drei Vorträge der DBE Technology GmbH beschäftigten sich mit:
Die entsprechenden Vorträge finden Sie unter "Veröffentlichungen"!
Abschließend wurde die Veranstaltung in gleicher Weise von Organisatoren wie auch von den Teilnehmern als sehr erfolgreich eingeschätzt.



Hier finden Sie weitere Photos der Veranstaltung.

